Sorgfaltspflicht für Menschenrechte

Die UN Guiding Principles on Business and Human Rights (UNGPs) bieten Unternehmen eine Orientierungshilfe, die schwerwiegendsten Risiken für die Menschen zu priorisieren, die mit ihrer Geschäftstätigkeit und ihren Geschäftsbeziehungen verbunden sind. Sie bilden die Grundlage für unsere Sorgfaltspflicht im Bereich der Menschenrechte. Unsere Teams verwenden verschiedene Tools, um die schwerwiegendsten Risiken für die Menschen zu bewerten, zu priorisieren und zu kontrollieren.

 a group of people seated opposite each other at a table, with a smiling person at the head.
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Die größten Menschenrechtsrisiken identifizieren

Im Jahr 2020 haben wir gemeinsam mit Article One Advisors unsere erste unternehmensweite Prioritätsbewertung durchgeführt. Der Schwerpunkt lag dabei darauf, die größten Menschenrechtsrisiken in unserem Unternehmen zu identifizieren.

Wir ließen uns von unterschiedlichen externen Menschenrechtsexpert:innen beraten und nahmen ihr Feedback in unsere Ergebnisse auf, die wir dann mit international anerkannten Menschenrechtsstandards verglichen haben. Mit der Bewertung identifizierten wir die wichtigsten Menschenrechtswerte, drei grundlegende Verpflichtungen und die größten Menschenrechtsrisiken für Amazon. Die Prioritätsbewertung war ein wichtiger Meilenstein, um unsere Strategie dafür zu entwickeln, die Sorgfaltspflicht für die Menschenrechte wahrzunehmen.

Amazon’s Enterprisewide Salient Human Rights Risks - German

Aufbauend auf dieser Arbeit haben wir im Jahr 2021 Fortschritte bei den größten Menschenrechtsrisiken gemacht und unsere Maßnahmen vorangetrieben, die Sorgfaltspflicht für Menschenrechte wahrzunehmen. Im Folgenden finden Sie einige Beispiele dafür, wie wir unsere wichtigsten Risiken bewertet und behandelt haben, wobei wir unseren drei grundlegenden Verpflichtungen Priorität einräumten.

FUNDIERTES ENGAGEMENT
Sinnvolle Beratungen mit Interessengruppen
Wir arbeiten mit spezialisierten Menschenrechtsorganisationen wie Article One Advisors, BSR, Impactt Limited und The Centre for Child Rights and Business zusammen, um unserer Sorgfaltspflicht für Menschenrechte immer besser gerecht zu werden. Einige Ergebnisse unserer Partnerschaften und Kooperationen im Jahr 2021 sind:
  • Wir haben das Black Business Accelerator-Programm mit einer Fördersumme von 150 Millionen $ ins Leben gerufen – gemeinsam mit unserer „Black Employee Network“-Affinity Group und strategischen Partnern mit Erfahrung in der Unterstützung schwarzer Unternehmen, darunter die Minority Business Development Agency und die U.S. Black Chambers, Inc.
  • Zusammenarbeit mit dem Policing Project der New York University School of Law bei der Prüfung unserer „Neighbors“-App und des Neighbors Public Safety Services, über die Nutzer:innen Kriminalitäts- und Sicherheitswarnungen in Echtzeit erhalten. Wir konnten dadurch unsere Ring-Produkte und -Dienste unter dem Gesichtspunkt der Freiheitsrechte und der Überwachungsethik verbessern. Sie finden unseren Bericht auf dem Ring-Blog.
  • Unterzeichnung und Umsetzung der UN Women’s Empowerment Principles (WEP) als Teil unserer langjährigen Verpflichtung zur Gleichstellung der Geschlechter. Die WEP wurden von UN Global Compact und UN Women als Orientierungshilfe für Unternehmen ins Leben gerufen. Sie umfassen Möglichkeiten, die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern und Frauen am Arbeitsplatz, auf dem Markt und in der Gesellschaft zu stärken.
  • Unterzeichnung der Trusted Cloud Principles, zu denen auch der Grundsatz gehört, dass „zu den internationalen Menschenrechtsgesetzen auch das Recht auf Privatsphäre gehört“, und Beitritt zur Partnership on AI, um gemeinsam mit Partnern und auf der Grundlage von künstlicher Intelligenz verantwortungsvolle Lösungen für Mensch und Gesellschaft zu entwickeln.
  • Der Start einer neuen fünfjährigen Partnerschaft mit dem U.S. National Safety Council, um neue Wege zur Prävention und Behandlung von Muskel-Skelett-Erkrankungen zu erforschen.
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FUNDIERTES ENGAGEMENT
Gelegenheit zum Teilen von Anliegen und Lösen von Problemen
Im Jahr 2021 haben wir eine Reihe von Kriterien entwickelt für die Mitbestimmung von Mitarbeiter:innen in unserer Lieferkette. Sie beschreiben die wichtigsten Erwartungen an die entsprechenden Mechanismen. Das ist Teil unserer Bemühungen, unsere Lieferanten und Dienstleister verstärkt mit bewährten Tools, Produkten und Systemen zu unterstützen, mit denen ihre Mitarbeiter:innen direkt ihre Meinung äußern können und mit denen sie die Lösung von Problemen aus Mitarbeiter:innenperspektive angehen können.
Two people talk to each other at a desk while another works. Two more are in the background.
FUNDIERTES ENGAGEMENT
Fokus auf benachteiligte Gruppen
Wir haben auf dem Pariser Friedensforum 2021 das Memorandum „Standing up for Children’s Rights in the Digital Environment“ unterzeichnet.

Zusätzlich haben wir unsere Partnerschaften mit der Responsible Business Alliance und der International Organization for Migration ausgeweitet, um unsere Lieferanten dabei zu unterstützen, verantwortungsbewusste Praktiken bei der Anwerbung ausländischer Mitarbeiter:innen anzuwenden.
Three people in textiles factory in India
Download (AUF ENGLISCH)
Folgenabschätzung zu Menschenrechtsfragen
Unsere Teams nutzen Folgenabschätzungen zu Menschenrechtsfragen (HRIA, engl. Human Rights Impact Assessment) als Due-Diligence-Instrument, um negative Auswirkungen zu erkennen und zu kontrollieren, die manche Geschäftsabläufe auf Einzelpersonen wie Mitarbeiter:innen, Mitglieder der lokalen Gemeinden oder Verbraucher:innen haben können.

HRIAs liefern detaillierte Informationen über die Menschenrechtsrisiken in unserem Unternehmen und deren Ursachen sowie über die Perspektiven der Interessengruppen. Wir nutzen diese Informationen dann, um diese Risiken mit gezielten Maßnahmen besser zu kontrollieren. Für jede HRIA beauftragen wir ein unabhängiges Beratungsunternehmen für Menschenrechte damit, die Kommunikation mit den Interessengruppen zu bewerten und Empfehlungen für bessere Geschäftspraktiken auszuarbeiten, um die jeweiligen Menschenrechtsrisiken zu kontrollieren.

Update zur HRIA für unsere Gerätelieferkette

Im Jahr 2020 haben wir unsere erste HRIA für die Lieferkette von Rohstoffen und recycelten Materialien durchgeführt, die wir für digitale Amazon Geräte benötigen. Unter Verwendung der UNGPs als Leitfaden für die Bewertung kamen wir zu dem Ergebnis, dass unser Unternehmen direkt mit potenziellen Risiken für Tier-1/2-Lieferanten in der Produktion und der Rückwärtslogistik in Verbindung stehen.

Des Weiteren sind wir indirekt mit potenziellen Risiken für Lieferanten von Mineralien, Metallen, Kunststoffen und anderen synthetischen Stoffen verbunden. Wir haben Richtlinien und Mechanismen, um diese potenziellen Risiken zu kontrollieren. Dazu gehören unsere Lieferkettenstandards, regelmäßige Lieferantenbewertungen und Beschwerdemechanismen.

2021 begannen wir damit, Empfehlungen aus der HRIA umzusetzen, beispielsweise mit verstärkter Unterstützung von Branchenkooperationen bei der verantwortungsbewussten Beschaffung von Mineralien und dem Kapazitätsaufbau unserer Partner in der Lieferkette zur effektiven Risikokontrolle für Menschenrechte.

Außerdem haben wir damit begonnen eine mehrjährige Strategie für digitale Amazon Geräte zu entwickeln, um Risiken zu kontrollieren und die Meinungen von Organisationen einzuholen, die sich auf Menschenrechte, inklusive Wirtschaft, Kreislaufwirtschaft und verantwortungsbewusste Innovationen spezialisiert haben So wollen wir die Erwartungen unserer Kund:innen und der von unserer Arbeit betroffenen Gemeinden erfüllen.

Im Jahr 2021 nahmen mehrere Lieferanten für die Endfertigung und Herstellung von digitalen Amazon Geräten am Responsible Business Alliance (RBA) Factory Lead Certification Program teil. In dem Programm werden Fabrikleiter:innen darin geschult, effektiv mit ihren Mitarbeiter:innen zu kommunizieren und sichere Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Das soll den Lieferanten ermöglichen, potenziellen Problemen proaktiv vorzubeugen oder sie abzumildern.

Aktuelles aus dem Bereich Nachhaltigkeit