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Fortschritte in 2020
Women in traditional apparel working at desktop computers
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Verantwortungsbewusste Beschaffung: Fortschritte in 2020

Im Jahr 2020 gestalteten wir unserer Programm neu, um auf die soziale und wirtschaftliche Krise unserer Lieferant:innen und ihrer Angestellten aufgrund der COVID-19-Pandemie zu reagieren.
Unterstützen der Arbeitnehmer:innen, Lieferant:innen und Regionen während COVID-19
Wir möchten unsere Lieferant:innen, deren Angestellte und Regionen während der COVID-19-Pandemie unterstützen. Selbstverständlich machte die COVID-19-Pandemie 2020 zu einem besonders herausfordernden Jahr, da Lieferant:innen mit massiven Störungen in ihren Lieferketten zu kämpfen hatten, Personal entlassen werden musste und ganze Regionen unvorstellbare Verluste erlitten. Wir machten uns unverzüglich ans Werk, um diesen Herausforderungen zu begegnen.
Wir passten unser Due-Diligence-Verfahren an: Im Jahr 2020 mussten wir die Art und Weise der Überprüfung von Lieferant:innen ändern. Aufgrund der COVID-19-Einschränkungen war es wesentlich schwieriger, Überprüfungen vor Ort vorzunehmen. Wir führten weiterhin traditionelle Audits durch, wenn dies sicher möglich war. Wenn jedoch Vor-Ort-Audits aufgrund von Sicherheitsmaßnahmen schwierig oder unmöglich waren, setzten wir neue Mechanismen ein, um Risiken zu bewerten, darunter Selbstbewertungs-Fragebögen und Remote-Dokumentenprüfung.
Wir nahmen Kontakt zu den Lieferant:innen auf: Wir entwickelten Leitfäden und Schulungen für Lieferant:innen zur Unterstützung und dem Schutz der Angestellten in der Pandemie. Wir schulten Führungskräfte in Bezug auf Arbeitsplatzhygiene und die richtige Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung, um die Ausbreitung von COVID-19 zu verhindern. Wir forderten außerdem die Lieferant:innen auf, die Löhne für ihre Angestellten im Shutdown weiter zu bezahlen, in Anbetracht ihres hohen Tributs aufgrund von Kündigungen.
Wir investierten in die Angestellten: Im Jahr 2020 riefen wir einen Fonds in Höhe von 1,3 Millionen US-Dollar ins Leben, um in Organisationen zu investieren, die Arbeitnehmer:innen, die von COVID-19 betroffen waren, direkte kritische Unterstützung boten. Beispielsweise unterstützten wir Organisationen wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Bangladesch, um Sanitätsartikel und COVID-19-Hilfsgüter an Ärzt:innen, Krankenpfleger:innen und anderes medizinisches Personal zu verteilen, die im größten Flüchtlingslager der Welt tätig sind. Wir unterstützten damit die Beschaffung von lebensrettender persönlicher Schutzausrüstung — rund 322.000 Handschuhe, 16.000 Kittel und Overalls, 18.300 N95-Beatmungsgeräte und 119.000 Visiermasken — für 23 von der IOM verwalteten Gesundheitseinrichtungen. Davon profitieren sowohl Menschen mit Fluchthintergrund als auch die Anwohner:innen in der Region.
Wir haben unseren Arbeitnehmer:innen zugehört: Wir erhöhten unsere Ausgaben für Amader Kotha, was auf bengalisch ‚Unsere Stimme‘ bedeutet, eine Hotline, die Arbeitnehmer:innen in der Bekleidungsindustrie in Bangladesch eine sichere und effektive Möglichkeit bietet, um Arbeitsplatzprobleme zu melden und zu beheben. Im Jahr 2020 meldeten wir 23 Lieferant:innen, die für Amazon tätig sind, im Amader Kotha-Programm an. Bei jedem Anruf eines oder einer Arbeitnehmer:in folgt die Hotline einem festgelegten Protokoll, um sich mit dem gemeldeten Problem so lange zu beschäftigen, bis es mit dem oder der Arbeitgeber:in gelöst ist. So erhielt Amader Kotha im Dezember 2020 beispielsweise einen Anruf von einem Arbeitnehmer, der bei einem unserer Lieferant:innen in Bangladesch beschäftigt ist. Der Arbeitnehmer berichtete von verbalen und körperlichen Angriffen und der Kündigung als Vergeltungsmaßnahme, als er sich weigerte, nach der regulären Arbeitszeit noch Überstunden zu machen. Amader Kotha setzte sich sofort mit dem Compliance-Team des Lieferanten in Verbindung, um den Fall zu untersuchen. Dies hatte zur Folge, dass der Lieferant den entlassenen Arbeitnehmer wieder einstellte und die beiden Mitarbeiter, die ihn schikaniert hatten, entließ. Im Jahr 2021 werden wir weitere Lieferant:innen, die für Amazon tätig sind, bei Amader Kotha anmelden und damit beginnen, die Angestellten zu schulen, wie sie diese Ressource nutzen können.
Wir engagierten uns für verantwortungsvolle Einkaufspraktiken und erfuhren etwas über die Auswirkungen auf Arbeitnehmer:innen: Seit Beginn der COVID-19-Pandemie hat Amazon alle Aufträge für unsere weltweiten Lieferant:innen von unseren Modeunternehmen der Amazon Eigenmarke in den USA und Europa angenommen. Wir arbeiteten außerdem mit Better Buying zusammen, einer Initiative, welche die Einkaufspraktiken in globalen Lieferketten verbessern will. Sie führte eine Umfrage unter unseren Lieferant:innen in Vietnam und ihren Angestellten zu den Auswirkungen unserer Praktiken während der COVID-19-Pandemie durch. Wir erhielten über 1.300 Antworten der Angestellten, die zeigten, dass ihre Hauptsorgen eine instabile persönliche Finanzsituation aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten während COVID-19, Änderungen prognostizierter Bestellungen sowie Sicherheitsbedenken im Werk aufgrund von Liefertermindruck waren. Die Lieferant:innen gaben ein positives Feedback zu verschiedenen Aspekten unserer Praktiken, einschließlich der verbesserten Kommunikation während COVID-19, der Entscheidungen zur Auftragsannahme und der Flexibilität bei Lieferzeiten.
Unterstützen der Arbeitnehmer:innen während COVID-19
  • 1,3 Millionen US-Dollar
    Wir möchten unsere Lieferant:innen, deren Angestellte und Regionen während der COVID-19-Pandemie unterstützen. Im Jahr 2020 riefen wir einen Fonds in Höhe von 1,3 Millionen US-Dollar ins Leben, um in Organisationen zu investieren, die Arbeitnehmer:innen, die von COVID-19 betroffen waren, direkte Unterstützung boten.

Fallbeispiel: Unterstützung der Gesundheit und Sicherheit von Arbeitnehmer:innen durch Swasti

Gesundheit und Sicherheit stehen schon immer im Fokus unseres Programms für verantwortungsbewusste Beschaffung. COVID-19 betonte die Bedeutung von Gesundheits- und Sicherheitsstandards für den Schutz des Wohlergehens der Mitarbeiter:innen.

Zu Beginn der COVID-19-Pandemie schloss sich Amazon mit Swasti zusammen, einer globalen Non-Profit-Organisation, die sich dafür einsetzt, dass Arbeitnehmer:innen sowie Bewohner:innen strukturschwacher Regionen Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung haben. Swasti passte sein Programm für das Wohlergehen der Arbeitnehmer:innen an, um den Mitarbeiter:innen in Fabriken, die von COVID-19 betroffen waren, Unterstützung zu bieten. Mit unserer Unterstützung richtete Swasti eine Notrufnummer für Arbeitnehmer:innen ein, entwickelte Gesundheitsprotokolle, damit Mitarbeiter:innen wieder sicher an ihre Arbeitsplätze zurückkehren können, und stellte wichtige mentale, gesundheitliche und soziale Hilfsangebote für Mitarbeiter:innen, deren Familien und Gemeinden bereit. Swasti schulte arbeitnehmergeführte Hilfs-Teams in der Prävention und dem Umgang mit COVID-19. Die Teams wiederum schulten andere Angestellte, indem sie Videos in den Fabriken zeigten und wichtige Gesundheitsinformationen veröffentlichten. Darüber hinaus bot Swasti den Arbeitnehmer:innen Fern-Gesundheitsversorgung an und wandte sich an die Angestellten und ihre Familienmitglieder, um COVID-19-Risiken zu identifizieren und medizinische Unterstützung zu leisten. Als Swasti an einem teilnehmenden Standort eine pandemiebedingte Lebensmittelknappheit feststellte, verteilte man Lebensmittel an Bedürftige.

Abgesehen von der COVID-19-spezifischen Arbeit bietet Swasti auch primäre Gesundheitsversorgung für Arbeitnehmer:innen sowie Programme zu Geschlechtergleichheit, finanzieller Inklusion und Stärkung der Arbeitnehmerkomitees an den Standorten an, um bessere Kommunikationskanäle zwischen Führungskräften und Angestellten zu fördern.

A smiling woman with woven baskets places them into a cardboard box.

Rückverfolgbarkeit von Rohstoffen
Im Jahr 2020 ordneten wir weitere tiefliegendere Stufen unserer Lieferketten für Produkte der Amazon Eigenmarken zu, um die wichtigsten und materiellen Risiken zu identifizieren. Die Lieferketten für Rohstoffe sind kompliziert und fragmentiert. Eine verbesserte Transparenz der Rohstofflieferkette versetzt Unternehmen in die Lage, Verletzungen von Menschen- und Arbeitnehmerrechten zu erkennen und Lieferant:innen zur Verantwortung zu ziehen.
  • Wir fokussierten uns auf Baumwolle
    Im Jahr 2020 verstärkten wir unsere Bemühungen bei Baumwolle. Amazon ist wie andere Marken dem Retailer and Brand Advisory Panel on Traceability (Einzelhändler- und Marken-Beratungsgremium zur Rückverfolgbarkeit) der Better Cotton Initiative beigetreten. Seit 2021 leistet Amazon finanzielle Unterstützung und beteiligt sich an der RSN-Initiative YESS: Yarn Ethically & Sustainably Sourced. Die Initiative YESS bekämpft Zwangsarbeit in der Baumwolllieferkette, indem Spinner:innen und Stofffabriken Schulungen angeboten werden und ihre Bewertung verwaltet wird. Auf diese Weise wird Zwangsarbeit bei der Baumwollproduktion erkannt und behoben.
  • Wir fokussierten uns auf Mineralien
    Im Jahr 2020 traten wir der Public-Private Alliance for the Responsible Minerals Trade (PPA) bei und erweiterten unsere Teilnahme an der Responsible Minerals Initiative (RMI). Wir haben uns verpflichtet, die Vor-Ort-Bemühungen der PPA zur Förderung eines verantwortungsbewussten Handels zu unterstützen. Außerdem wurden wir aktive Mitglieder der RMI-Arbeitsgruppen zu Schmelzanlagen-Beteiligung und Sorgfaltspflicht bei Kobalt.

Fallbeispiel: Unterstützung von Kunsthandwerkern während COVID-19

Im Jahr 2020 schloss sich Amazon mit Nest zusammen, einer Non-Profit-Organisation, die das Wachstum und die Entwicklung des weltweiten Handwerkersektors unterstützt, um eine Welt mit größerer Geschlechtergleichheit und wirtschaftlicher Inklusion zu erschaffen. Wir unterstützten die Nest-Initiative zum Kauf von persönlicher Schutzausrüstung — ein Programm, in dessen Rahmen mehr als 200.000 Schutzmasken von Handwerker:innen und anderen Herstellerbetrieben für Angestellte mit Kundenkontakt erworben wurden. Im Jahr 2020 bot dieses Programm 57 Betrieben wirtschaftliche Unterstützung in Höhe von 500.000 US-Dollar und beschäftigte 10.510 ausgebildete Handwerker:innen.

Des Weiteren haben wir uns mit Nest zusammengetan, um Handwerksbetrieben in aller Welt mehr als 100 Zuschüsse als COVID-19-Wirtschaftshilfen zu gewähren. So gewährte Nest beispielsweise Indego Africa einen Zuschuss, eine Organisation, die Handwerker:innen Zugang zu einem globalen Markt für ihre handgemachten Produkte verschafft und von Frauen geführten Betrieben in Afrika Weiterbildungsmöglichkeiten anbietet. Sapna Shah, Director of Brand and Operating Strategy bei Indego Africa, erklärte, dass Indego Africa aufgrund dieser Unterstützung den Handwerkspartner:innen des Unternehmens durchgängig Bestellungen für ihre handgemachten Produkte bieten konnte, was diese vor wirtschaftlichen Problemen aufgrund von COVID-19 schützte. Amazon Handmade, ein Bereich in unserem Online Store, der sich auf handgemachte Produkte spezialisiert, hat ein Programm gestartet, das die Arbeit von Nest-Handwerksbetrieben wie beispielsweise Indego Africa beleuchtet, die Zugang zu Vertriebs- und Wachstumsmöglichkeiten schaffen.

Im Rahmen dieses Zuschussprogramms unterstützte Nest außerdem ein Stipendium für digitales Marketing für Kay Kay‘s Fashion, ein Haarzubehör-Unternehmen in Southfield, Michigan, das von einer Schwarzen Frau geführt wird. In der Bewerbung für das Programm beschrieb die Geschäftsinhaberin Kelechi Uchendu ihren Bedarf so: „Stärkung meiner Unternehmens-DNA und Vergrößerung meines Geschäfts für den Endverbrauchermarkt.“ Nest brachte Uchendu mit einem ganzheitlichen Marketingfachmann und Markenstrategen mit 10-jähriger Erfahrung im E-Commerce zusammen. Gemeinsam entwickelten sie einen Projektplan, dessen Ergebnisse aktualisierte Texte auf Uchendus Geschäfts-Website, eine Unternehmenspräsentation, die sie für das Marketing verwenden konnte, sowie Tools zur Verbesserung der Online-Präsenz von Kay Kay‘s Fashion waren. Uchendu erklärte: „Ich habe so vieles gelernt. Zu meinen wichtigsten Erkenntnissen gehört das passende Branding für mein Geschäft und wie ich meine Website so gliedere, dass sie wirklich mein Unternehmen in den Mittelpunkt stellt.“

Nest gewährte einem weiteren, von einer Frau geführten Kleinunternehmen namens Espacio Handmade in Austin, Texas, ein Stipendium für digitales Marketing. Dieser Betrieb spezialisiert sich auf Lederwaren, die in den USA beschafft und verarbeitet werden. Nest verknüpfte die Firmeninhaberin Katrina Marhefka mit einer professionellen digitalen Marketing-Agentur, die ihr beim Start einer erfolgreichen E-Mail-Marketingkampagne half. Marhefka leitet das Unternehmen und ist als Herstellerin stolz darauf, Frauen zu beschäftigen. „Die Lederverarbeitung galt als männlich dominiertes Handwerk. Aber jetzt nicht mehr!“, meint sie. Marhefkas Teilnahme an dem Stipendium half ihr bei der Entwicklung von Systemen und bei der Identifizierung geschäftlicher Chancen.

Aktuelles
Erfahrt, wie wir unser Potenzial, unseren Einfluss und unsere Innovationskraft für den Aufbau einer nachhaltigen Zukunft einsetzen.
  • Wir haben uns dazu verpflichtet, bis 2040 CO2-neutral zu sein und prüfen deshalb eine Vielzahl von Transportinnovationen, um die Amazon Lieferungen nachhaltiger zu machen.
  • Keramiker:in für einen Tag – Amazon Logistics nimmt am Schichtwechsel 2021 teil.
  • Im September lenkt Amazon die Aufmerksamkeit traditionell auf ein Thema, das selten im gesellschaftlichen Fokus ist: Krebs im Kindesalter. Jährlich erkranken 400.000 Kinder weltweit an Krebs. Rund 87 Prozent der Kinder können heutzutage durch intensive Behandlung geheilt werden. Um die Aufmerksamkeit für das Thema zu erhöhen, Projekte in diesem Bereich zu fördern und Betroffenen direkt zu helfen, hat Amazon den September unter dem Motto „Amazon Goes Gold“ zum goldenen Monat gemacht. Zum einen, weil das Symbol des internationalen Childhood Cancer Awareness Month eine goldene Schleife ist. Zum anderen, weil die Farbe den besonderen Wert der Kinder unterstreicht.